Kreuzigungsgruppe Drucken

 

Evangelische Südgemeinde Heilbronn

Von der Südkirche zur Christuskirche

 

Die Kreuzigungsgruppe

 

Kreuzigungsgruppe

Die Kreuzigungsgruppe ist der zentrale Mittelpunkt unserer Christuskirche. Wenn ich den Kirchenraum betrete, bin ich immer wieder überrascht, wie stark die Einladung durch die Jesusworte: „Kommet her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid“, hier so bildhaft klar ausgesprochen wird. Die einladenden Arme umschließen nicht nur die beiden Gestalten unter dem Kreuz, sie schließen die ganze Gemeinde mit ein. Ich empfinde jedes Mal ein tiefes Dankgefühl und große Freude, dass wir diese Kreuzgruppe damals erkämpft haben, gegen das Votum der künstlerischen Berater aus dem Oberkirchenrat und des Wort des Architekten.

Liselotte Kast

Kirchengemeinderätin von 1959 bis 1978

 

Unser Kampf um die Hemmeter-Gruppe

Vor 40 Jahren standen zwei Modelle zur Wahl: diese Kreuzgruppe von Karl Hemmeter und eine Sandsteingruppe von Traute Gruner unter dem Thema: Lasset die Kindlein zu mir kommen. Der Kirchengemeinderat der Christuskirche war einstimmig für die Kreuzgruppe von Karl Hemmeter.

In einer Sitzung des Bauausschusses unter Leitung von  Dekan Siegel mit Kunstsachverständigen aus dem Oberkirchenrat und dem Architekten Dr. Ruff sollte die Entscheidung fallen. Herr Aspacher, Pfarrer Haug und ich kämpften für die Kreuzgruppe, während die Leute vom OKR und der Architekt für den massigeren Gruner-Entwurf sprachen (Architekt: "Der muss die Kirche zusammenbinden"). Wir sahen unsere Felle davonschwimmen angesichts der fachlichen Übermacht. Noch einmal erklärten wir, dass uns, als Gemeinde, die ausgestreckten Arme ganz stark beeindrucken, wie stark sie auch einen Verzweifelten ansprechen müssten. Daraufhin erklärte Dekan Siegel mit einem verständnisvollen Lächeln, die Entscheidung an den KGR zu geben. So war die Kreuzgruppe für die Christuskirche gewonnen und wir alle sehr glücklich.

Der Entwurf Gruner fand später einen passenden Platz im Taufchor der Kilianskirche.

Liselotte Kast

Kirchengemeinderätin von 1959 bis 1978

 

 

Sie war mir fremd, die Christuskirche. Vollkommen fremd und unpersönlich. Ich vermisste mein „Südkirchle“, als ich Anfang der 70iger Jahre –nach 20jähriger beruflicher „Wanderschaft“ – in die Südgemeinde zurückkehrte. Heimkehrte! In der Südkirche war ich am 17. März 1940 von Pfr. Lang konfirmiert worden. Sie hatte meine Jugendjahre kirchlich geprägt.

Die Christuskirche ? Ein neuer Name. Ein neuer Stil. Eine neue Zeit. Drei Punkte sind es, die die Christuskirche in meinen Augen bis heute auszeichnen: Vom Äußeren her der 38 Meter hohe Turm. Weit über die Südgemeinde hinausstrahlend. Der „Zeigefinger Gottes“, wie er gelegentlich genannt wird. - Im Inneren dann die lichte Weite, die diesem Kirchenraum eigen ist. We lch ein Unterschied zu überladenen, engen Barockkirchen vergangener Epochen. Zum künstlerischen Höhepunkt wird indessen für mich die Kreuzigungsgruppe im Chor, gestaltet von Bildhauer Karl Hemmeter. Sie lädt zur Ruhe und Besinnung. Sie ist optischer und geistlicher Mittelpunkt. Pfr. Haug, einer der „Väter“ der Christuskirche, formulierte dies treffend mit den Worten: „Beide Gestalten werden gleichsam umschlossen von den gebenden und segnenden Armen Christi“. Und diese Kreuzigungsgruppe führt dann auch hinüber zu dem, was eine Kirche letztlich auszeichnet : Eine Stätte der Begegnung und des Glaubens zu sein !

Wilfried Hartmann

Gemeindeglied der Südgemeinde